So rettet Nürnberg seine Lebensmittel
Ohne Nahrung können wir nicht überleben. Trotzdem landen pro Jahr in Deutschland laut Umweltbundesamt noch rund 11 Mio. Tonnen Lebensmittel im Müll, obwohl sie eigentlich noch auf den Teller könnten.
Verursacher
Egal ob Privathaushalte, Supermärkte, Discounter oder Gastro – überall kommt es zu übrig gebliebenem Essen, das zu häufig noch in die Mülltonne wandert. Der Löwenanteil entfällt laut Umweltbundesamt auf Privathaushalte mit rund 6 Mio. Tonnen, auf Platz 2 liegt die „Außer-Haus-Verpflegung“ (Restaurants, Kantinen, etc) mit 2 Mio. Tonnen.

Initiativen vor Ort
Die EU will dem einen Riegel vorschieben und hat ihre Mitgliedstaaten verpflichtet, gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. In ganz Deutschland, aber auch in Bayern und Franken gibt es verschiedene Initiativen, Vereine und Organisationen, die sich darum kümmern – auch in Nürnberg.
Die Tafeln (Träger BRK)

Die Tafeln (Träger BRK) nehmen nach vorheriger Absprache Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Molkereiprodukte entgegen, die nicht mehr verkauft werden können, und geben sie an bedürftige Menschen weiter, die sich gesundes Essen nicht leisten können. Rund 265.000 Tonnen Nahrungsmittel werden so pro Jahr deutschlandweit vor dem Müll gerettet (Quelle: tafel.de) Spenden können in Nürnberg nach telefonischer Vereinbarung (Tel. 0911 – 660 0000) in der Sigmundstraße 139 abgegeben oder abgeholt werden.
Straßenambulanz Franz von Assisi

Nach vorheriger Absprache nimmt auch die Caritas Nürnberg Lebensmittelspenden entgegen, um bedürftige und obdachlose Menschen zu unterstützen. Mithilfe ihrer Haupt- und Ehrenamtlichen versorgt die Caritas täglich rund 250 Menschen mit Essen und Trinken. In der Caritas-Straßenambulanz Franz von Assisi und im Domus Misericordiae werden originalverpackte, haltbare Lebensmittel nach vorheriger Vereinbarung entgegengenommen. Werden Tüten mit Spenden einfach so vor der Tür abgestellt, müssen sie leider entsorgt werden und landen doch wieder im Müll! Foto: H. Oppitz/Deutscher Caritasverband
Supermärkte und Discounter
Supermärkte und der Lebensmitteleinzelhandel, darunter z.B. der in Franken verwurzelte Discounter NORMA, engagieren sich ebenfalls für die Rettung von Nahrungsmitteln. Ob Kooperationen mit Organisationen wie der Tafel oder ob interne Maßnahmen wie z. B. eine Verbesserung der Abläufe in Logistik und Kühlung und ein bedarfsgerechter Einkauf – auch hier tut sich viel.
Too good to go App

Ob Brötchen vom Vortag aus der Bäckerei oder ein übrig gebliebenes Tagesgericht vom Imbiss – Nutzer können sich über die App informieren, wo in der Umgebung überschüssiges Essen anfällt und es dort zum günstigen Preis dort abholen. Auch Supermärkte beteiligen sich über die App. Der Nutzer kann die Überraschungstüten mit buntem Inhalt per App reservieren und bezahlen. Sie kosten zwischen 2 und 5 Euro laut Anbieter.
Foodsharing Nürnberg
Über die Internetplattform werden Lebensmittel, die nicht mehr verkauft oder gespendet werden dürfen, gerettet und verteilt. Foodsharing kooperiert dafür mit jenen Discountern, Supermärkten, Bäckereien, Imbissen und Gastronomiebetrieben, die sich dazu bereit erklären. Lebensmittelretter holen vor Ort die Nahrungsmittel ab und verteilen sie z.B. an Freunde, Familie, Nachbarn oder Bekannte weiter. Was sie nicht selbst verbrauchen oder weitergeben können, bringen sie zu den drei "Fair-Teilern" im Stadtgebiet, die für jedermann zugänglich sind.