Regenwasser sammeln und in Haus und Garten nutzen

Regenwasser ist viel zu schade, um es einfach so versickern, verdunsten oder in die Kanalisation abfließen zu lassen. Wirtschaftlich und ökologisch vernünftiger ist es, das Regenwasser direkt dort zu nutzen, wo es vom Himmel fällt. In Haus und Garten. Um es nutzen zu können, muss man es zunächst sammeln.

«Es geht darum, das Wasser auf dem Grundstück zu halten»

erklärt Andreas Braun vom Zentralverband Heizung Klima Sanitär in Sankt Augustin.

Grün auf dem Dach

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Eine besondere Form der Regenwassernutzung ist ein Gründach oder sogenanntes Retentionsdach. Dabei wird das Dach mit einer Schicht aus Erde und Pflanzen bedeckt, die das Regenwasser speichert und filtert und so auf dem Grundstück hält. Das verbessert das Klima, fördert den Artenschutz - und kann helfen, Wasser zu sparen.

Unterirdische Zisterne

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Wo übers Jahr größere Regenmengen anfallen, kann sich eine Regenwassernutzungsanlage lohnen. Hier wird eine Zisterne unterirdisch im Garten eingebracht, in der das überschüssige Wasser von der Dachfläche gesammelt und dann für die Gartenbewässerung oder den Haushalt verwendet werden kann. «Wie groß deren Volumen ausfallen sollte, hängt wesentlich von der Menge an Regenwasser ab, die von den Dachflächen anfällt», sagt Andreas Braun.

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Wasser für die Pflanzen

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Um Regenwasser im Garten zu nutzen, kann man Regen aus der Dachrinne in einer Tonne sammeln. Eine Abdeckung hält Schmutz fern. Das weiche Regenwasser ist ideal für Pflanzen. Viele Sorten vertragen Regenwasser besser als hartes Trinkwasser.

Die Verwendung des Regenwassers für die Gartenbewässerung ist hygienisch unbedenklich (Umweltbundesamt). Allerdings ist darauf zu achten, dass es nicht von belasteten Dachflächen abläuft (wie Dächern aus Kupfer und Zink oder Teerpappe).

Für Teich und Pool

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Für den Gartenteich braucht man relativ viel Wasser.  Zwar hält das Wasser über Jahre, aber es muss nachgefüllt werden, weil viel verdunstet. «Regenwasser ist das Beste für den Gartenteich, besser als Brunnenwasser, das Schadstoffe enthalten kann», sagt Experte Jörg Korfhage.

Sogar für den Swimmingpool kann man Regenwasser verwenden. «Allerdings darf man es nicht eins zu eins aus der Zisterne in den Pool laufen lassen», so Ute Wanschura, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Schwimmbad & Wellness. Über die Aufbereitung sollte man mit einem Poolbauer sprechen.

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Für den Haushalt

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Nutzt man Regenwasser im Haus, wird das Wasser über das Filtersystem der Regenwassernutzungsanlage so gereinigt, dass es für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder für Reinigungsarbeiten verwendet werden kann. Wichtig: Wer Regenwasser im Haus nutzen will, braucht eine separate Regenwasserleitung.

Um zu verhindern, dass sich das Trinkwasser im Haus mit Regenwasser vermischt, ist ein zweites Leitungssystem notwendig. Regenwasser darf nicht zum Duschen, Baden oder Kochen verwendet werden. 

Katja Fischer/dpa/red