
Der VNP übernimmt Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft
Der Verlag Nürnberger Presse (VNP) will 1000 Bäume pflanzen. Gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten soll die Aktion im Herbst im Reichswald stattfinden. Wir haben bei Nicole Forstner, der Nachhaltigkeitsbeauftragten des VNP, nachgefragt.

Warum engagiert sich der VNP als Medienunternehmen in Sachen Nachhaltigkeit?
Wir sind der Überzeugung, dass jeder, auch jedes Unternehmen, Verantwortung für unsere Umwelt und unsere Gesellschaft übernehmen sollte. Wir tun das mit unserem Umweltmanagement schon seit 28 Jahren und noch länger, nämlich seit über 50 Jahren, mit unserer Hilfsaktion „Freude für alle“. Einiges anderes, wie Compliance in den Lieferketten, erlegt uns der Gesetzgeber auch als Pflicht auf.
Was ist Ihre Aufgabe dabei?
Als Nachhaltigkeitsbeauftragte ist es meine Aufgabe, unser Engagement – das freiwillige und das verpflichtende – strategisch zu verankern und darüber zu berichten. Das Reporting ist eine wichtige Aufgabe, weil es uns als Unternehmen auf dem Markt einschätzbar und vergleichbar macht. Das alles erfordert viel interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens. Bei uns also von der Redaktion über die Verwaltung bis hin zu Druck, Vertrieb und Logistik. Ganz eng ist der Austausch beispielsweise mit unserer Umweltschutzbeauftragten. Auch ein Netzwerken mit anderen Nachhaltigkeitsmanagern ist enorm wichtig, weil die gesetzlichen Anforderungen und das Datenmanagement immer komplexer werden.
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Thema Entwaldung: Pflanzen Sie die Bäume als Ersatz für das Zeitungspapier, das Sie bedrucken?
Tatsächlich nicht. Für Druckprodukte werden keine Naturwälder gerodet. Unser Zeitungspapier enthält nur einen geringen Anteil an Frischfasern, der Rest ist Recyclingpapier. Und die Frischfasern stammen überwiegend aus Sägewerksabfällen, Plantagen- oder Durchforstungsholz. Die EU-Entwaldungsverordnung, die sicherstellen soll, dass Rohstoffe nicht zur globalen Entwaldung beitragen, wurde unter anderem deshalb so angepasst, dass Druckererzeugnisse gar nicht mehr in den Geltungsbereich der Verordnung fallen.
Dennoch braucht der Wald Unterstützung…
Ja. Weltweit und vor unserer Haustür. Die Bedeutung, aber auch die Fragilität der heimischen Wälder ist mit den verheerenden Waldbränden 2025 in unserer Region allen wieder drastisch bewusst geworden. Und dem Reichswald fühlen wir uns als Nürnberger Unternehmen verbunden, daher die Aktion. So eine Baumpflanzaktion macht das Thema Nachhaltigkeit auch greifbar im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen wird selbst zum Spaten greifen.
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Wer organisiert das?
Wir haben im VNP ein Team Nachhaltigkeit gegründet, das ganz bewusst abteilungsübergreifend zusammengesetzt ist und gemeinsam über die jeweiligen Tellerränder schaut. Über die Grenzen unseres Tagesgeschäfts hinweg suchen wir nach genau solchen Themen, um allen Mitarbeitenden näherzubringen, wie wichtig und wie erfüllend es ist, Verantwortung zu übernehmen. Anlässlich unseres Jubiläums 80 Jahre Nürnberger Nachrichten im vergangenen Jahr haben wir etwas Besonderes gesucht und sind auf die Baumaktion gekommen, die wir nun gemeinsam organisieren.
Das kann man aber nicht allein umsetzen.
Nein, hierbei haben wir uns Unterstützung gesucht. Sie brauchen für so etwas ja eine Fläche, Bäume und Expertise. Hier war uns wichtig, dass wir lokal bleiben und sind deshalb an die Bayerischen Staatsforsten herangetreten, die einen Forstbetrieb hier in Nürnberg haben und uns gerne unterstützen. Damit fördern wir die Pflanzung klimatoleranter Mischwälder im Bereich des Forstbetriebs Nürnberg. Es ist ein schöner Zufall, dass wir nicht nur die Aktion gemeinsam machen, sondern auch 2025 gemeinsam Jubiläum hatten. Zusammen sind wir nun 100 Jahre alt.

